Einführung von der Künstlerin Helga Jacob

Ausstellung der Kunstfreunde Waldenbuch & Steinenbronn im Rathaus von Waldenbuch

Ausstellung der Kunstfreunde Waldenbuch & Steinenbronn

„OHNE ARBEIT LEBE ICH NICHT“ dies war die Aussage von Hans-Peter Haas zu einer Ausstellung anlässlich eines halbrunden Geburtstages im März 2010. Die Kunstfreunde sind stolz, zu ihrem 30jährigen Bestehen 48 Arbeiten im Siebdruck von HPH präsentieren zu können. Er hat auf dem Gebiet des künstlerischen Siebdrucks Maßstäbe gesetzt und genießt in Künstlerkreisen seit Jahrzehnten internationales, weltweit höchstes Renomée.

Bereits 1984 schrieb Günter Petzold, Stuttgart:
„Von New York nach Korntal, das ist nicht der nächste Weg, um zu einem Siebdruck zu kommen. Doch viele Künstler gehen ihn: Von Horst Antes bis Tom Wesselmann und Rainer Wittenborn. Weit mehr als hundert. Hinzu kommen zahlreiche Editionsverleger. Sie alle wollen, dass HPH für sie druckt.“

Es ist schwer zu sagen, welche Eigenschaften und Fähigkeiten dieses Meisters des Siebdrucks für seinen Erfolg entscheidend waren, seine ungemeine Präzision beim handwerklichen Schaffen, seine Farbtechnik, sein besonderes Vermögen, sich in die Gedankenwelt der Künstler  hineinzudenken, seine eigene schöpferische Begabung, das heißt seine Fähigkeit, immer wieder neue Techniken zu entwickeln, sein – wie er mir sagte – MUT haben zum Risiko, der Theorie mal ein Schnippchen zu schlagen – oder war es sein unermüdliches Bestreben, die Dinge zu vervollkommnen.

Prof. Kurt Weidemann versucht die Arbeiten des Siebdruckers so zu beschreiben:
„Auf dem Weg vom Film über die Schablonen zum Druck geht nicht nur nichts verloren, sondern es wird immer mehr erreicht, was mit anderen reproduktions- und drucktechnischen Mitteln gar nicht darstellbar ist. Farbpigmente in höchster Konzentration in absolut homogener Fläche aufgetragen,  Wiedergabe von Pastellkreidestrichen, die man sich nicht traut zu berühren, weil  man glaubt, der Farbstaub bleibt auf der Fingerkuppe, durchgetropfte Farbe, die wie Lava auf dem Grund steht, die Imitation von Sandpapier.

In der Siebdruckwerkstatt von Poldi  Domerger absolvierte HPH die ersten Berufsjahre.
Seine Wanderschaft führte ihn nach Skandinavien, Belgien und die Schweiz. In Schwetzingen war er Betriebsleiter einer Siebdruckerei  für Werbung. 1958 richtete sich HPH im Haus der Eltern, im Stadtteil Münster eine kleine Druckwerkstatt ein, die nur aus einem Handdrucktisch bestand.

Der erste Künstler, für den er druckte, war sein Nachbar Manfred Henninger. Bei einem Rundgang durch unsere Ausstellung hier zeigt sich, dass HPH seine Druckqualität schon in jungen Jahren erreicht hatte. Dafür steht die Serigrafie von Manfred Henninger aus dem Jahre 1958. Sie können, meine Damen und Herren, zwischen den ausgestellten Exponaten keinen Unterschied der Entstehungsdaten erkennen. HPH druckte von Beginn an in einer unverwechselbaren Art und Weise. Von 1960 – 1972 druckte HPH für den Hölzel-Schüler Max Ackermann über 100 Pastelle. Die 60iger Jahre waren für HPH schon sehr erfolgreich. Es entstanden Grafikbücher von Horst Antes und
Peter Brüning. In diesen Jahren wurden seine Siebdrucke schon weltweit bekannt. Die von HPH gedruckte Edition „US-GRAFIK“ verkaufte die Galeristin Susann Fischer an einen Kunsthändler in Amerika. Neben dem künstlerischen Siebdruck entstanden auch anspruchsvolle Werbedrucke für die Gewebe- Kopieremulsion- Farb- und Druckmaschinen-Hersteller.

Seit 1969 wurde der Werdegang des Siebdruckers unaufhaltsam in vielerlei weiteren Künstlerbereichen verfolgt. In diesem Jahr richtete sich HPH auch in Korntal eine geräumige Werkstatt mit halbautomatischen Siebdruckmaschinen ein. 1993 schließlich bezog er seine Werkstatt mit Galerie in Leinfelden-Echterdingen.

2008 wurde seine künstlerische Arbeit mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt.

Professor Ben Willikens sagte in der Laudatio:
„Hans-Peter Haas ist in einem geradezu virtuosen Sinne ein Könner, und sein Können erzeugt hohe Qualität. Das Lebenswerk von HPH ist gekennzeichnet von einer persönlichen Haltung gegenüber der Kunst und von der Vorstellung, was Kunst leisten kann und soll.“

Die heutige Ausstellung, liebe Gäste, zeigt Ihnen die Kunst der Serigrafie von A – Z, wenn Sie so wollen: von Max Ackermann bis Brigitta Zeumer.

Auf dem Ausstellungsplakat hat HPH jeder Künstlerin oder jedem Künstler seine eigene Farbe zugeteilt, also 48 Farben für 48 Kunstschaffende. Das  Plakat ist somit ebenfalls ein Kunstwerk – Magie der Farben nenne ich es – und kann von Ihnen käuflich erworben werden.Zu dieser Ausstellung ist außerdem für Sie eine HPH-Edition nach neuen Arbeiten auf Leinwand von Ben Willikens erschienen.

Goethe sagte einmal:Wenn es eine Freude ist, das Gute zu genießen, so ist es eine größere,
das Bessere zu empfinden, und in der Kunst ist das Beste gut genug.

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